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Von Gefährdet zu Exemplarisch: Der Triumph des deutschen Rotmilans im Naturschutz

Wenn Sie Ihren Blick in Deutschlands pastoralen Landschaften nach oben richten, werden Sie vielleicht einen mittelgroßen Greifvogel mit einem tief gegabelten Schwanz sehen, der anmutig in der Luft schwebt und akrobatische Kunststücke vorführt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Rotmilan (Milvus milvus). Seine Geschichte verkörpert einen Triumph im Naturschutz - eine Geschichte, die es nicht nur verdient, erzählt zu werden, sondern die auch als Vorbild für künftige Umweltschutzmaßnahmen dienen kann.


Nicht immer waren die Milane eine Zierde unseres Himmels. In den 1980er Jahren stand der Rotmilan aufgrund von Lebensraumverlusten, Vergiftungen, Stromschlägen und veränderten landwirtschaftlichen Praktiken am Rande der Ausrottung. Dies alarmierte Natur- und Umweltschützer, die es sich zur Aufgabe machten, einen Aktionsplan zu koordinieren, an dem sich zahlreiche Organisationen wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der NABU sowie regionale und lokale Naturschutzverbände beteiligten. Ende der 1980er Jahre begannen die Initiativen zur Bekämpfung der Bedrohung des Rotmilans und zur Unterstützung der Erholung seiner Bestände, die bis heute andauern. Das Schauspiel der Rotmilane, die heute über unserem Himmel schweben, ist ein Beweis für den Erfolg dieses sorgfältig koordinierten, vielschichtigen Ansatzes.


Der Plan

Um den Erfolg des Projekts zu gewährleisten, musste ein umfassendes Maßnahmenpaket ausgearbeitet und gleichzeitig umgesetzt werden. Dieses umfasste:


  • Schutz und Wiederherstellung von Lebensräumen: Schutzgebiete und Naturreservate wurden ausgewiesen und wiederhergestellt, um Nist- und Nahrungshabitate zu verbessern.

  • Maßnahmen gegen Vergiftungen: Es wurden rechtliche Maßnahmen zur Verschärfung der Gesetzgebung gegen illegale Vergiftungen eingeführt, zusammen mit strengen Durchsetzungsprotokollen und der Verhängung schwerer Strafen.

  • Einbindung der Gemeinden: Die Projektgruppen bezogen die regionalen und lokalen Gemeinden aktiv in die Überwachung und Meldung von Rotmilan-Sichtungen, deren Nistplätzen und potenziellen Bedrohungen ein. Außerdem beteiligten sich diese Gemeinden an der aktiven Bewirtschaftung ihrer Lebensräume.

  • Änderung der Stromleitungen: Da man erkannt hatte, dass Stromleitungen eine große Gefahr für die Milane darstellen, wurden neue vogelfreundliche Konstruktionen entwickelt und umgesetzt.

  • Zusammenarbeit mit Landwirten: In Anbetracht der häufigen Anwesenheit von Milanen über landwirtschaftlichen Flächen wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Landwirte einzubinden und ihnen bei der Umsetzung von Agrarumweltprogrammen zu helfen, die auf die Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken und die Erhaltung geeigneter Lebensräume abzielen, die dem Wohlbefinden der Milane dienen.

  • Internationale Zusammenarbeit: Die Zusammenarbeit mit internationalen Naturschutzorganisationen war unerlässlich, um einen koordinierten Ansatz zum Schutz des Rotmilans über die Grenzen hinweg zu gewährleisten.


Rotmilan-Projekt: Ergebnisse

Das Projekt zur Erhaltung des Rotmilans in Deutschland ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, denn die Greifvogelart hat sich deutlich erholt. Jüngste Schätzungen gehen von einem Bestand von 14.000 bis 16.000 Brutpaaren in Deutschland aus - ein krasser Gegensatz zu den nur 50 Paaren, die in den 1980er Jahren verzeichnet wurden. Dank dieser Bemühungen ist die Spezies nicht mehr in Gefahr.


Die Geschichte des Rotmilans unterstreicht die transformative Kraft von Entschlossenheit, strategischem Denken, Planung und effektivem Management bei der Gestaltung unserer Umwelt zum Besseren. Diese unschätzbaren Lehren sollten uns als Leitprinzipien dienen, wenn wir uns mit der Vielzahl der drängenden Umweltprobleme befassen, die unser sofortiges Eingreifen erfordern.



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